11. Februar 2019 - 20:02 Uhr

Stoyan A. muss sich vor Gericht verantworten

Dreimal pro Woche ging Melanie R. in einen Park in Berlin Pankow, um sich zu sonnen. Genau das wurde ihr zum Verhängnis. Im Mai 2018 fand ein Spaziergänger ihre Leiche. Der 39-jährige Stoyan A. soll ihr aufgelauert haben, um sie zu vergewaltigen. Danach soll er sie ermordet haben, um die Tat zu vertuschen. Nun steht der Familienvater vor Gericht.

Wollte der Täter Melanie R. ausrauben oder vergewaltigen?

In der Anhörung verweigerte Stoyan A. seine Aussage. Und das, obwohl er sich zuvor dazu bereit erklärt hatte, Stellung zu beziehen. Der Angeklagte soll versucht haben, die 30-jährige Melanie R. zu vergewaltigen. Er soll der Frau den Rock ausgezogen haben und wollte dann wohl auch ihren BH abstreifen. Als das fehlschlug, weil sich das Opfer zu stark wehrte, habe er es angeblich erstickt. So lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft.

Doch es gibt noch andere Ansichten. Die Gerichtskammer zweifelt die angebliche versuchte Vergewaltigung an. Sie geht von einem versuchten Raub aus, bei dem Melanie R.s Handy im Fokus steht. Die Frau könnte auch entkleidet gewesen sein, weil sie sich sonnte.

Stoyan A. wurde in Spanien festgenommen

Fest steht: Melanie R. wurde getötet. Noch ist unklar, ob sie erwürgt wurde oder ob der Täter ihr Nase und Mund zuhielt. Sollte Stoyan A. verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Die vorangegangene Tat - wie auch immer die ausgesehen haben mag - würde sich nicht auf das Strafmaß auswirken.

Die Polizei hatte Stoyan A. in Spanien festgenommen, nachdem eine weltweite Fahnung herausgegeben worden war. Letztendlich konnten seinen DNA-Spuren an Melanies Leiche nachgewiesen werden.