7. Februar 2019 - 12:44 Uhr

Greta Thunberg findet deutschen Kohleausstiegstermin „absurd“

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist die "Pippi Langstrumpf des Klimas". In Schweden nennen sie viele wegen ihrer Zöpfe so. Die 16-jährige Schülerin ist mit ihren eindringlichen Worten für mehr Klimaschutz in kürzester Zeit bekannt geworden. Jetzt liest sie Deutschland in Sachen Kohleausstieg die Leviten: Das Mädchen findet es unverantwortlich, dass Deutschland erst im Jahr 2038 ganz aus der Kohle aussteigen möchte. 

„Deutschland würde ein deutliches Signal an die Welt senden“

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte sich Ende Januar auf einen Kompromiss zum deutschen Kohleausstieg im Jahr 2038 geeinigt. Ein früherer Ausstieg soll 2032 geprüft werden. Wenn die Betreiber zustimmen, könnte auch ein Ausstieg 2035 möglich sein. 

Immer noch viel zu spät, findet Greta Thunberg: "Deutschland will bis 2038 Kohle verbrennen. Das ist absolut absurd. Und die Leute denken, das wäre etwas Gutes." So die Klimaaktivistin gegenüber der dpa in Stockholm. "Deutschland hat eine unglaubliche Chance und eine unglaubliche Verantwortung dabei, damit aufzuhören, Kohle zu verbrennen. Würde Deutschland das tun, würde das ein deutliches Signal an die Welt senden, dass wir uns in einer Krise befinden und dass wir mit solchen Sachen aufhören müssen."

Das Mädchen, das den Planeten retten will

Die 16-jährige Greta Thunberg kämpft für das Klima.
Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht unsere Welt brennen.
© REUTERS, ARND WIEGMANN, ANF

Tausende Schüler in Deutschland und in anderen Ländern sehen Greta Thunberg als Vorbild. Mit 15 Jahren begann sie mit ihrem Protest. Statt zur Schule zu gehen, ging das Mädchen mit ihrem Schild vor den Reichstag in Stockholm, um die Politik zum Handeln aufzufordern.

Damals hat sie noch alleine angefangen, mittlerweile folgen ihrem Beispiel tausende Schüler auf der ganzen Welt. Die Schwedin kämpft seit ihrem 15. Lebensjahr für stärkere Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel. Greta Thunberg war schon auf der Klimakonferenz in Kattowitz und beim Weltwirtschaftsforum in Davos, wo sie Toppolitiker und Topmanager für den zu lahmen Einsatz fürs Klima kritisierte. 

Jugendliche protestieren in München gegen den Klimawandel.
Nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg tauschen nun auch in München Jugendliche das Klassenzimmer gegen den Protest auf der Straße.
© imago/ZUMA Press, Sachelle Babbar, imago stock&people
Jugendliche in München demonstrieren für mehr Klimaschutz.
Greta Thunberg hat es vorgemacht: Die 16-Jährige begann den Schulunterricht zu boykottieren, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.
© imago/ZUMA Press, Sachelle Babbar, imago stock&people