2019 M02 14 - 12:31 Uhr

Seine größter Wunsch zum 18. Geburtstag? Impfschutz

Juhu! Endlich 18! Was wünscht sich ein frischgebackener 18-Jähriger zu seiner Volljährigkeit? Vielleicht ein Auto oder eine Reise? Nein – Impfschutz! Weil seine Eltern extreme Impfgegner sind, wurde Ethan Lindenberger aus dem US-Bundesstaat Ohio sein Leben lang nicht geimpft. Mit 18 Jahren durfte Ethan endlich das tun, was sein größter Wunsch war: sich impfen lassen. 

"Es war, als hätte er auf mich gespuckt"

Weil Ethans Eltern kein Verständnis für seinen Impf-Wunsch hatten, suchte der junge Mann auf der Online-Plattform "Reddit" nach Rat. Er bekam viel Unterstützung, auch von anderen Jugendlichen, deren Eltern ebenfalls Impfgegner sind. Viele empfohlen ihm Impfungen gegen Masern, Hepatitis, Polio und andere Krankheiten, die im schlimmsten Fall ohne Impfschutz für Erwachsene tödlich enden können. "Als ich mich selbst damit beschäftigt habe, wurde mir sehr schnell klar, dass es viel mehr Argumente für Impfungen gibt als dagegen", erzählt der junge Mann dem US-Radiosender "NPR".

​Kinderarzt Dr. Martin Karsten teilt Ethans Meinung über die Vorteile des Impfens. Und er hat zusätzlich noch eine wichtige und auch tröstliche Botschaft für den jungen Mann. Was der Kinderarzt über Impfgegner wie Ethans Mutter denkt und was er Ethan mit auf den Weg geben will, sehen Sie im Video. 

​Ethans Entscheidung, sich impfen zu lassen war für seine Mutter ein Schock: "Es war, als hätte er auf mich gespuckt", erzählte sie dem Magazin "Undark" und bezeichnete die Entscheidung ihres Sohnes als "Schlag ins Gesicht". Ethans Mutter, Jill Wheeler ist erklärte Impfgegnerin, ihre ersten beiden Kinder ließ die Frau aus Norwalk im US-Bundesstaat Ohio noch impfen, doch dann entwickelte sie Misstrauen gegen die Pharmaindustrie und verzichte bei ihrem dritten Sohn Ethan komplett auf den Impfschutz. Für Ethan war es immer unverständlich: "Gott weiß, wie ich überhaupt noch lebe."

Auch Ethans jüngere Geschwister im Alter von 16, 14, fünf und zwei Jahren wachsen ohne Impfschutz auf. Sein 16 Jahre alter Bruder möchte, sobald er 18 Jahre alt ist, auch alle Impfungen nachholen. Seine 14-jährige Schwester teilt die Meinung ihrer Mutter. Ethan ist vor allem um seine jüngeren Geschwister besorgt: "Es bricht mir das Herz, dass sie Masern bekommen und dadurch sterben könnten", sagt der Teenager.

Streitfall Impfungen

Kaum ein Thema wird zur Zeit so viel diskutiert wie Impfungen. Die Zahl der Impfgegner nimmt stetig zu. Erst vor kurzem erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Impfgegner zur globalen Bedrohung. Demnach sind beispielsweise weltweit rund 30 Prozent mehr Menschen an Masern erkrankt, obwohl die Krankheit eigentlich längst ausgerottet sein könnte. 2017 verdreifachte sich in Deutschland sogar die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vorjahr wieder auf mehr als 900 Fälle, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) bekannt gab. Dabei sind Impfungen eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen in der Medizin. Dennoch gibt es viele Impfgegner, die beispielsweise die Wirksamkeit von Impfungen kritisieren oder Impfungen sogar als eine Verschwörung der Regierung sehen – so wie Ethans Mutter.