11. Februar 2019 - 9:22 Uhr

Mindestens 4.000 Stellen unbesetzt

Sie sind zur Stelle, wenn Menschen in Not sind: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Doch jetzt schlagen sie selbst Alarm. Deutschlandweit fehlen mindestens 4.000 Stellen bei der Berufsfeuerwehr. Die Rettungskräfte sind am Limit. Dabei steigen die Einsätze von Jahr zu Jahr. Vor allem die Rettungswagen müssen immer öfter ausrücken. Im Interview mit RTL packt ein Insider der Berliner Feuerwehr aus und warnt: "Es ist ein Glücksspiel, ob die Feuerwehr rechtzeitig da ist." Seine alarmierenden Aussagen sehen Sie im Video.

Rettungskräfte oft viel zu spät am Einsatzort

Das Ziel ist klar vorgegeben: Wenn in Berlin ein Notruf eingeht, muss nach einem Notrufgespräch von bis zu zwei Minuten ein Rettungswagen innerhalb von acht Minuten vor Ort eintreffen. Doch diese Anforderung wird längst nicht immer eingehalten. RTL liegen exklusiv Alarmierungsprotokolle vor. Eine stichprobenartige Auswertung zeigt erschreckende Zustände: Bei einem Schlaganfall-Einsatz, wo jede Minute zählt, traf der Rettungswagen erst nach zwölf Minuten ein, der Notarzt sogar erst nach 16 Minuten. Bei einem Einsatz in einem Kinder- und Jugendwohnheim brauchte der Rettungswagen 14 Minuten.

"Die gehen auf dem Zahnfleisch"

Wie kann so etwas sein? "Die gehen auf dem Zahnfleisch", so Arno Dick von der Gewerkschaft Verdi zu RTL. "Das liegt daran, dass wir über 20 Jahre nicht auf die öffentliche Infrastruktur geachtet haben." Und das trotz steigender Einsatzzahlen. Mittlerweile geht in Berlin ohne die freiwillige Feuerwehr nichts mehr. Und auch dort schütteln die Mitglieder den Kopf über die Situation. "Über 1.400 Einsätze im Jahr, das ist schon unvorstellbar", so Sascha Guzy, Vorsitzender des Landesfeuerwehrbandes, zu RTL. "Wir sind wirklich mittlerweile an einem Pegel, wo man sagen kann, vielmehr wird wahrscheinlich nicht gehen."

Einen ausführlichen Einblick zur Situation der Rettungskräfte bekommen Sie heute Abend um 0 Uhr im RTL Nachtjournal.