11. Februar 2019 - 11:30 Uhr

Nesquik-Kakao fällt im „Öko-Test“ durch

Kakao gehört für viele Kinder einfach zum Frühstück dazu - warm, cremig und vor allem eins: voller Schokolade. Doch so lecker es klingt, ganz so gut ist die heiße Schokolade unter Umständen dann doch nicht. Denn wie ein Test von "Öko-Test" jetzt ergab, soll in dem beliebten Nesquik-Kakao von Nestlé jede Menge Mineralöl stecken.

Nestlé zweifelt an Untersuchung

13 kakaohaltige Getränke für Kinder hat "Öko-Test" im Labor untersucht. Besonders negativ ist im Test der Nesquik-Kakao von Nestlé aufgefallen. Wegen stark erhöhten Mineralölgehalts, zu viel Zucker, zugesetzten künstlichen Vitaminen und fragwürdigen Angaben auf der Verpackung erreichte das Produkt im Test nur die Note "ungenügend" - und ist damit auf dem letzten Platz.

Vor allem die im Test nachgewiesenen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) haben das Testergebnis gedrückt. MOSH haben im Tierversuch Organe geschädigt. Rückstände können durch die Verpackung auf die Lebensmittel übergehen. Kakaobohnen und Zucker können aber auch schon während der Produktion mit Mineralöl in Kontakt kommen - zum Beispiel durch Schmieröl.

Wie "Öko-Test" auf seiner Seite bekanntgab, zweifelt Nestlé an der Methode, die das beauftragte Labor bei der Untersuchung verwendet hat. Der Konzern wolle das Ergebnis nicht akzeptieren.

Zu viel Zucker, zugesetzte Vitamine und Deklarationsmängel

Neben den gefundenen Mineralölrückständen bemängelt "Öko-Test" außerdem den empfohlenen Zuckergehalt. Mit zwei bis drei gehäuften Teelöffeln liege dieser bei 7,5 Gramm. Das ist mehr als die Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Menge für dreijährige Kinder. Diese liegt bei nicht mehr als 15 Gramm täglich.

Auch die zusätzlich hinzugefügten künstlichen Vitamine kritisiert "Öko-Test" als überflüssig. Sie würden beim Verbraucher den Eindruck erwecken, das Getränk sei gesund. Die auf der Verpackung vermerkte Nährstofftabelle beziehe sich zudem auf Werte für einen durchschnittlichen Erwachsenen und nicht auf Kinder.

"Öko-Test" rät, Kakaogetränke wegen des hohen Zuckergehalts wie eine Süßigkeit zu behandeln. Kleinkinder sollen sie deshalb nur selten trinken. Ein bis zwei Teelöffel reichen pro Milchglas aus.