23. April 2019 - 9:35 Uhr

Erwartet uns ein neuer Bestseller?

Ihre Fans mussten sich lange gedulden, aber jetzt ist es so weit - sieben Jahre nach der Bestseller-Serie "Fifty Shades of Grey" gibt es einen neuen Roman der britischen Autorin E L James. "The Mister" ist jetzt in deutscher Übersetzung im Goldmann Verlag erschienen, zumindest als E-Book. Das Buch ist seit dem 20. April im Handel* - und Sie können hier einen Textauszug lesen.

Geheimnisvolle Schönheit mit dunkler Vergangenheit trifft heißen Engländer

"The Mister" ist eine Liebesgeschichte, die in London, Cornwall und Osteuropa spielt. Der junge englische Aristokrat Maxim Trevelyan trifft auf die schöne und geheimnisvolle Alessia Demachi, die, gerade in London angekommen, nicht sehr viel mehr im Gepäck hat, als eine Menge Probleme und eine dunkle Vergangenheit…

"Ich bin sehr glücklich, meinen neuen Roman endlich mit meinen Fans teilen zu können", ließ E L James ihre Leser wissen. "The Mister" sei eine moderne Aschenputtel-Geschichte. Ihre Hauptfiguren, Maxim und Alessia, hätten sie mitgenommen auf eine faszinierende Reise. "Ich hoffe sehr, dass ihre spannende und sinnliche Geschichte meine Leser genauso begeistert, wie mich während des Schreibens", sagte E L James. 

Im Video: Die schärfsten Stellen aus „Fifty Shades of Grey 3"

Die Bestseller-Trilogie "Fifty Shades of Grey" wurde in insgesamt 52 Sprachen übersetzt und hat sich bis heute weltweit rund 150 Millionen Mal verkauft. Mal sehen, ob "The Mister" an diesen Erfolg anknüpfen kann. Am besten verschaffen Sie sich einen eigenen Eindruck - dieser Auszug aus dem Buch hilft garantiert (veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Goldmann Verlags).

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Textauszug aus dem Roman „The Mister"

Wer zum Teufel ist dieses verschreckte Wesen? Ich bin völlig durcheinander. Habe ich sie schon mal gesehen? Das Bild eines vergessenen Traums erwacht wie ein Polaroid vor meinen Augen zum Leben. Ein Engel in Blau, der neben meinem Bett steht. Aber das ist mehrere Tage her. Könnte sie es gewesen sein? Und jetzt steht sie vor mir, wie angewurzelt, mit gesenktem Blick und bleichem, zartem Gesicht. Ihre Fingerknöchel sind ganz weiß, weil sie den Besenstiel mit aller Kraft umklammert, als sei er das Einzige, woran sie sich noch festhalten kann. Das Tuch verbirgt ihr Haar, und sie versinkt beinahe in der unförmigen, wenig modischen Nylonschürze. Sie wirkt völlig deplatziert.

»Wer sind Sie?«, frage ich nochmals, diesmal eine Spur freundlicher, um ihr keine Angst einzujagen. Sie hebt den Kopf – ihre Augen sind dunkelbraun und von den längsten Wimpern umrahmt, die ich je gesehen habe –, senkt aber den Blick sofort wieder.

Himmel!

Ein Blick in die endlosen Tiefen dieser Augen, und ich bin seltsam … verunsichert. Sie ist mindestens einen Kopf kleiner als ich, maximal eins fünfundsechzig, mit hübschen Gesichtszügen: hohe Wangenknochen, süße Stupsnase, helle Haut und Lippen. Sie sieht aus, als täten ihr ein paar Tage Sonne und eine herzhafte Mahlzeit gut.

Dass sie hier putzt, habe ich mittlerweile begriffen. Aber warum sie? Ist sie der Ersatz für meine bisherige Putzfrau? »Wo ist Krystyna?«, frage ich, während mich ihr Schweigen ein wenig zu frustrieren beginnt. Vielleicht ist sie ja Krystynas Tochter – oder Enkelin.

Sie hat die Oberlippe zwischen ihre gleichmäßigen weißen Zähne gezogen und weigert sich noch immer, mir ins Gesicht zu blicken.

Sieh mich an, denke ich. Am liebsten würde ich die Hand nach ihr ausstrecken und sie dazu zwingen. In diesem Moment hebt sie den Kopf, als hätte sie meine Gedanken gelesen. Nervös leckt sie sich mit der Zunge über die Unterlippe. Ich spüre die Anspannung in meinem Körper, als heißes Verlangen durch meine Adern schießt.

Heilige Scheiße!

Ich kneife die Augen zusammen, als die Lust in mir kalter Wut weicht. Was um alles in der Welt ist eigentlich los mit mir? Wie kann eine Frau, die ich noch nie gesehen habe, eine solche Wirkung auf mich haben? Wie verrückt ist das denn? Ihre Augen unter den sanft geschwungenen Brauen werden riesig; sie weicht einen Schritt zurück und fummelt mit dem Besen herum, der ihr prompt aus den Fingern gleitet und polternd auf dem Fußboden landet. Mühelos und anmutig bückt sie sich, um ihn aufzuheben. Als sie sich aufrichtet, breitet sich eine verlegene Röte auf ihren Wangen aus, und sie murmelt etwas Unverständliches.

Du liebe Güte. Habe ich das arme Ding etwa so eingeschüchtert?

Das war nicht meine Absicht.

Ich bin zornig auf mich selbst, nicht auf sie.

Möglicherweise hat ihr Schweigen einen anderen Grund. »Vielleicht verstehen Sie mich ja gar nicht«, sage ich mehr zu mir selbst und streiche mein Haar glatt, das mir noch von der Nacht wild vom Kopf absteht. Krystynas Englisch hatte sich auf »Ja« und »Hier« beschränkt, während ich ihr mit Händen und Füßen klarzumachen versuchte, wenn ich etwas außer der Reihe von ihr benötigte. Das Mädchen ist vermutlich ebenfalls Polin.

»Ich bin Putzfrau, Mister«, flüstert sie, den Blick wieder gesenkt, sodass ihre Wimpern einen fächerförmigen Schatten auf ihre Wangen werfen.

»Wo ist Krystyna?«

»Sie ist zurück in Polen.«

»Seit wann?«

»Seit letzte Woche.«

Aha. Das ist ja etwas ganz Neues. Wieso wusste ich nichts davon? Ich mochte Krystyna. Sie hat seit drei Jahren für mich gearbeitet und kannte alle meine kleinen, schmutzigen Geheimnisse. Ich konnte mich noch nicht einmal von ihr verabschieden.

Vielleicht ist es ja nur vorübergehend. »Und kommt sie zurück?«, frage ich. Die Stirnfurchen des Mädchens werden tiefer, doch sie schweigt weiterhin. Ihr Blick fällt auf meine Füße. Aus irgendeinem Grund werde ich verlegen. Die Hände in die Hüften gestemmt, trete ich einen Schritt nach hinten, während meine Verwirrung wächst. »Wie lange sind Sie schon hier?«

»In England?«, fragt sie atemlos und kaum hörbar.

»Ja, und sehen Sie mich an, wenn Sie mit mir sprechen.« Wieso ist sie bloß so unwillig?

Abermals schließen sich ihre schlanken Finger um den Besenstiel, als wollte sie ihn notfalls als Waffe benutzen. Sie schluckt, hebt den Kopf und betrachtet mich mit diesen großen, dunklen Augen. Augen, in denen ich am liebsten ertrinken möchte. Mein Mund wird trocken, während sich mein Körper erneut meldet.

Vergiss es!

»Ich bin seit drei Wochen in England.« Ihre Stimme ist kräftiger, klarer als erwartet, mit einem Akzent, den ich nicht recht zuordnen kann. Sie reckt beim Sprechen ein wenig trotzig das Kinn. Mittlerweile haben ihre Lippen etwas Farbe; ihre Unterlippe ist ein wenig voller als die obere, die sie ein weiteres Mal angespannt ableckt.

Erregung durchströmt mich. Ich weiche einen nächsten Schritt zurück. »Drei Wochen?«, wiederhole ich, erstaunt über meine starke Reaktion auf sie.

Was passiert hier gerade?

Was hat sie an sich?

Sie ist exquisit, das ist los, sagt die leise Stimme in meinem Kopf.

Stimmt. Für eine Frau in Kittelschürze ist sie rattenscharf.

Konzentrier dich. Noch hat sie meine Fragen nicht beantwortet. »Nein. Ich meinte, wie lange Sie schon hier in der Wohnung putzen?«

Woher kommt dieses Mädchen? Ich überlege fieberhaft. Mrs. Blake hat dafür gesorgt, dass Krystyna bei mir arbeiten kann. Ihr Ersatz schweigt nach wie vor.

»Sprechen Sie Englisch?«, frage ich, um sie zu zwingen, endlich den Mund aufzumachen. »Wie heißen Sie?«

Sie blickt mich mit gerunzelter Stirn an, als wäre ich ein kompletter Vollidiot. »Ja. Ich spreche Englisch. Mein Name ist Alessia Demachi. Ich war seit zehn Uhr heute Morgen in Ihrem Apartment.«

Wow. Sie spricht also nicht perfekt, aber fließend Englisch.

»Gut. Okay. Wie geht es Ihnen, Alessia Demachi. Mein Name ist …«

Was soll ich jetzt sagen? Trevethick? Trevelyan?

»Maxim.«