11. Februar 2019 - 18:07 Uhr

Der Missbrauchsskandal in Lügde weiter sich aus

Das ganze Ausmaß des sexuellen Missbrauchs auf dem Campingplatz Eichwald im Kreis Lippe ist noch längst nicht bekannt. Inzwischen haben Polizei und Staatsanwaltschaft 31 Opfer identifiziert, darunter 27 Mädchen und vier Jungen. Vermutlich werden noch weitere folgen.

Opfer sind zwischen vier und 13 Jahre alt

Ende Januar, als der Missbrauchsfall vom Campingplatz Eichwald bekannt wurde, gingen die Ermittler von 23 Opfern aus, inzwischen ist die Zahl also um acht weitere Kinder gestiegen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bielefeld mit. Wie alt die Opfer genau sind und woher sie kommen, wollte die Polizei nicht mitteilen. Nur, dass alle Opfer zum Tatzeitpunkt zwischen vier und 13 Jahre alt waren.

Bislang 63 Hinweise bei der Polizei eingegangen

Bei der Ermittlungskommission "Eichwald", benannt nach dem Campingplatz in Lügde, sind nach Polizeiangaben bislang 63 Hinweise eingegangen. Sie gehen unter anderem zahlreichen Hinweisen nach, die über das extra eingerichtete Hinweistelefon bei der Polizei Bielefeld eingegangen sind.

Inzwischen hat das Polizeipräsidium Bielefeld als übergeordnete Behörde die Ermittlungen übernommen. "Insbesondere die große Menge sichergestellter digitaler Daten macht es erforderlich, weitere Fachleute anderer Polizeibehörden aus NRW in die Bearbeitung einzubinden", teilte die Bielefelder Polizei mit.

Drei Männer sitzen in Haft

Wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie sitzen Dauercamper Andreas V. (56) aus Lügde, Mario S. (33) aus Steinheim und ein Mann (48) aus Stade in Niedersachsen in Untersuchungshaft.

Letzterer soll den beiden Hauptbeschuldigten per Internet-Kamera beim Missbrauch der Kinder auf einem Campingplatz in Lügde zugeschaut haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er über einen Chat auch Anweisungen gegeben haben.