2019 M02 7 - 19:46 Uhr

Sechs Monate nach der Geburt im fünften Monat

Sila Sahin und Samuel Radlinger machen es gerade vor, dass das ganz schnell gehen kann mit einer erneuten Schwangerschaft kurz nach der Geburt. Die Schauspielerin und der Fußball-Profi erwarten wieder Nachwuchs. Und das, obwohl ihr erstes Kind gerade einmal fünf Monate alt ist. Von einer unerwarteten Schwangerschaft in der Stillzeit kann auch Zweifach-Mama Nicole Bischof ein Lied singen. Wie es ihr erging und was ihr ihr Frauenarzt fälschlicherweise weisgemacht hat, das erfahren Sie in unserem Video.

Schauspielerin Sila Sahin (33) schwelgt wieder im Mutter-Glück. Gerade einmal sechs Monate alt ist ihr Sohn Elija und die Schauspielerin ist bereits im fünften Monat - die Schauspielerin ist also extrem schnell nach ihrer Entbindung wieder schwanger geworden. Für sie völlig überraschend. Was die Vermutung nahelegt, dass sie diese baldige Schwangerschaft nicht geplant hatte. Und sie ist nicht die einzige Frau, der das passiert. Aber wie kann das sein? Vielleicht liegt es ja bei manchen Frauen daran, dass sich immernoch der Glaube hartnäckig hält, man könne während der Stillzeit nicht schwanger werden. Doch das ist definitiv nicht so.

Was ist genau dran an dem Mythos „Stillen verhindert Schwangerschaft“?

Wenn eine Frau stillt wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das für die Milchproduktion verantwortlich ist. Es hemmt gleichzeitig die Aktivität der Eierstöcke. Dadurch kann Stillen einen gewissen Empfängnisschutz bieten. Es ist quasi eine vom Körper eingerichtete Schonfrist, sodass voll stillende Mütter in den ersten 3-6 Monaten nach der Geburt keinen Eisprung haben. Doch das ist bei Weitem nicht immer so. Denn auch nur, wenn verschiedene Voraussetzungen bei den stillenden Müttern erfüllt werden, gibt es einen theoretischen - aber eben keinen 100%-Schutz - vor einer erneuten Schwangerschaft:

  • Die Mutter muss ihr Baby voll stillen. Ohne Unterbrechung und auch nachts. Wenn die Pausen zwischen dem Stillen zu lange wird, ist zu wenig Prolaktin im Körper und die Eierstöcke werden wieder aktiv.Das heißt konkret: tagsüber nicht mehr als vier Stunden Pause, nachts nicht mehr als sechs Stunden Pause zwischen den Stillzeiten.

  • Die Frau darf noch keine Monatsblutung gehabt haben.

  • Das Kind darf nicht älter als sechs Monate sein.

Somit ist Stillen kein sicherer Verhütungsschutz, da meist nie alle Voraussetzungen erfüllt werden. Deshalb sollte beim Sex nach der Geburt also auf jeden Fall auf die Verhütung geachtet werden.

Ganz schnell wieder schwanger? Das sagt die Hebamme

Aber wie sieht es eigentlich mit den gesundheitlichen Risiken aus? Denn eine Schwangerschaft bedeutet schließlich auch eine große körperliche Beanspruchung für den Körper. Wir haben mit der Hebamme Hannah Marder gesprochen.
Mindestens ein halbes Jahr, besser neun Monate warten, bis man wieder schwanger wird. So lautet die Empfehlung der Hebamme. Denn erst nach dieser Zeit hat sich der Körper nach der ersten Schwangerschaft wieder auf "normal" eingependelt. "Man sagt, dass der Körper ungefähr neun Monate braucht, um wieder annähernd auf seinem Level von vor der Geburt zu sein. Sowohl was die Rückbildung als auch das Verheilen von Verletzungen angeht", erklärt Hannah Marder. Vor allem bei Frauen, die per Kaiserschnitt entbinden, warnt die Hebamme definitiv vor einer allzu raschen erneuten Schwangerschaft. Denn die Bauchverletzungen brauchen deutlich mehr Zeit um zu verheilen, als Verletzungen bei einer Spontangeburt, wie beispielsweise einem Dammriss. Eine rasche Schwangerschaftsfolge, also unter einem Jahr, wird deshalb auch als "Risikoschwangerschaft" im Mutterpass notiert.

Abgesehen von den gesundheitlichen kommen aber auch noch andere Belastungen hinzu:  Denn auch das erste Baby ist ja noch so klein, dass es viel Aufmerksamkeit fordert (und nicht daran denkt, der Mutter zuliebe durchzuschlafen). Und in dieser Doppelbelastung kann es schwierig werden, allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Sich um die Bedürfnisse eines kleinen Babys zu kümmern und sich gleichzeitig selbst zu schonen, viel zu schlafen und sich auszuruhen. Ein Spagat, für den man sich am besten Hilfe organisiert. Und wie immer in Bezug auf Kinder hilft wahrscheinlich langfristig nur eines: Ruhe bewahren!