11. Februar 2019 - 23:09 Uhr

Der Moschee-Verein weist die Vorwürfe zurück

Rheinland-Pfalz hat seiner einzigen muslimischen Kindertagesstätte die Betriebserlaubnis entzogen. Dem Träger - einem Mainzer Moschee-Verein - wird vorgeworfen, "Inhalte der Ideologie der Muslimbruderschaft" zu vertreten. Der Verein wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Moschee-Verein soll der Muslimbruderschaft nahe stehen

08.02.2019, Rheinland-Pfalz, Mainz: Der Vorsitzende des Mainzer Moscheevereins Arab Nil, Samy El Hagrasy, steht in einem Flur des Al-Nur-Kindergartens. Der Moscheeverein ist Träger der Kita, deren Betriebserlaubnis vom Landesamt für Soziales, Jugend
Der Vorsitzende des Mainzer Moschee-Vereins Arab Nil, Samy El Hagrasy, wehrt sich gegen die Vorwürfe.
© dpa, Peter Zschunke, rho

Das Landesjugendamt ordnete an, dass der Betrieb der Al-Nur-Kita in Mainz spätestens bis zum 31. März eingestellt werden müsse. Der Grund: Der Kita-Träger, der Mainzer Moscheeverein "Arab Nil Rhein", vertrete Inhalte der islamistischen Muslimbruderschaft sowie des Salafismus und stehe deshalb nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, teilte die Behörde mit.

Für die Eltern sei die Schließung ein Schock

Der Vorsitzende des Moscheevereins, Samy El Hagrasy, wies den Vorwurf extremistischer Bestrebungen zurück: "Wir akzeptieren und respektieren unser Grundgesetz." Die Entscheidung des Landesjugendamts "ist für mich nicht zu begreifen und ein Rätsel". El Hagrasy kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung sowie eine Klage vor dem Verwaltungsgericht an. "Ich finde, das ist unrecht, ich finde das ist unfair." Für die Eltern sei die Schließung ein Schock.

Kontakte zu salafistischen Kreisen bereits im Jahre 2012

Einen ersten Hinweis auf eine Nähe zum Salafismus, also zu einer streng traditionalistischen Auslegung des Islams, habe es zum Jahreswechsel 2012/13 mit dem Auftritt des umstrittenen Predigers Muhammad Al Arifi gegeben, sagte Placzek. Im Herbst vergangenen Jahres seien dann weitere Kontakte zur Muslimbruderschaft und zur salafistischen Bewegung bekannt geworden.

Die Behörde müsse eingreifen, wenn ein Träger nicht willens oder in der Lage sei, "die Voraussetzungen zu schaffen, um das Kindeswohl zu gewährleisten", sagte Placzek. Dieses letzte Mittel müsse nun zur Anwendung kommen. Im Sinne der Integration würde er es allerdings begrüßen, wenn es künftig eine andere islamische Einrichtung geben könnte.