11. Februar 2019 - 13:38 Uhr

Es geht um Geld, Macht und Intrigen

Einst gründete Jeff Bezos Amazon in seiner eigenen Garage, jetzt ist er der wohl reichste Mann der Welt. Doch seit einiger Zeit wird er erpresst – mit pikanten Nacktfotos. Jetzt stellt sich heraus, wer die Fotos an eine Zeitschrift weitergegeben haben könnte.

Sanchez hüllt sich in Schweigen

Jeff Bezos hat so viel Geld, dass ihn viele um seinen Reichtum beneiden. Doch dürften die meisten gerade ganz froh sein, nicht in seiner Haut zu stecken. Der Gründer und Chef von Amazon wird erpresst. Eine US-Zeitschrift soll ihm gedroht haben, Nacktfotos und intime Chatnachrichten von ihm zu bringen. Nun stellt sich heraus, wie diese Zeitschrift, der "National Enquirer", überhaupt an die Bilder gekommen sein könnte. Es soll der Bruder von Bezos' Geliebter gewesen sein. Die neue Freundin an der Seite des Multimilliardärs die TV-Moderatorin Lauren Sanchez, ihr Bruder Michael soll sie nun hintergangen und Bilder der beiden an die Presse gegeben haben. Sanchez und auch der Verlag des Klatschblattes wollen dazu nichts sagen, hüllen sich in Schweigen.

"Ich schaue nach, was hervorkriecht"

Dass der Verräter aus der Familie seiner Freundin kommen könnte, dürfte für Bezos ein Schock sein. Er hatte zuvor alles daran gesetzt, zu erfahren, wer der Informant der Zeitschrift sein könnte. Seine Bemühungen waren auch Auslöser für den Erpressungsversuch der Zeitschrift. Zumindest nach Darstellung von Bezos: Der "Enquirer" verlangte von ihm, seine Nachforschungen einzustellen. Ansonsten werde man sogar Nacktfotos von unterhalb der Gürtellinie veröffentlichen. Eine heikle Situation für den Amazon-Gründer – er stand vor der Wahl, klein beizugeben oder den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Er entschied sich für Letzteres. "Natürlich will ich, dass von mir keine persönlichen Fotos veröffentlicht werden", schrieb er. Doch Angst habe er auch nicht. "Ich stehe lieber auf, drehe diesen Baumstamm um und schaue nach, was darunter hervorkriecht." So kam der Fall an die Öffentlichkeit.

Was Donald Trump mit alldem zu tun hat

Und der hat auch eine politische Seite. Denn Jeff Bezos gilt als scharfer Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Und der wiederum ist gut mit dem Chef des "National Enquirer" befreundet. Dass die Zeitschrift also den Amazon-Gründer derart hart anging, dürfte dem Präsidenten zumindest gefallen haben. Oder war es gar eine Gefälligkeit? Das ist die Frage, die Antwort steht noch aus. Und noch etwas: Jeff Bezos ist Besitzer der Hauptstadtzeitung "Washington Post", die nahezu täglich kritisch über Trump berichtet. Der Präsident beschimpft sie daher immer wieder als "Amazon Washington Post".

Half der "Enquirer" Trump schon einmal?

Erleben wir hier also gar eine Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und dem wohl reichsten Mann der Welt? Bezos selbst ist sich sicher, dass das so ist. Der "National Enquirer" bestreitet das vehement. Das Blatt soll Trump aber schon früher geholfen haben. So soll er etwa dem Pornostar Stormy Daniels die Rechte an der Geschichte ihrer Affäre mit Trump abgekauft haben – um diese dann totzuschweigen. Ein Glück für den Präsidenten, blieb ihm diese Peinlichkeit doch im Wahlkampf 2016 erspart.