17. März 2019 - 9:36 Uhr

Weltweiter Start in Neuseeland

Das ist eine Bewegung, die es in sich hat! Unter dem Motto "Fridays for Future" wollen am Freitag wieder Schüler und Studenten rund um den Globus für eine bessere Klimapolitik demonstrieren. Hunderttausende werden dabei sein. Auch viele deutsche Schulen erlauben die Teilnahme; allein in Frankfurt gingen 6.000 Schüler auf die Straße. Doch streng genommen sind die protestierenden Mädchen und Jungen Schulschwänzer. Mehr dazu im Video.

Weltweit rund 1700 Kundgebungen und Schülerstreiks angekündigt

Es ist eine Protestwelle für mehr Klimaschutz, und das rund um den Erdball: Hunderttausende Jugendliche demonstrieren an diesem Freitag in mehr als 100 Staaten unter dem Motto "Fridays for Future" für drastische Schritte gegen die Erderwärmung. Den Auftakt machten am Morgen Tausende Schüler in Neuseeland. Allein in dem Pazifikstaat waren gut 30 Demonstrationen geplant. Weltweit sind 1700 Kundgebungen und Schülerstreiks angekündigt, hierzulande rund 200.

Symbolfigur der Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden.

Eltern unterstützen die Aktion

Unterstützung bekommt die ursprünglich von jungen Leuten initiierte Bewegung auch aus anderen Generationen. So haben rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen. Auch Eltern stellen sich mit "Parents for Future" an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarischen Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben.​

Bei der Wahl zwischen Playstation und Klima sieht es schon anders aus

Philipp Amthor (CDU)
"Bei der Wahl zwischen Playstation und Klimademos am Nachmittag sieht es dann bei manchen aber schon anders aus."
© deutsche presse agentur

Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor sollten die Proteste erst nach dem Unterrichtsende beginnen. "Politisches Interesse der Schüler finde ich immer gut. Dem können sie aber auch in ihrer Freizeit nachgehen", sagte der 26-Jährige der "Heilbronner Stimme". "Bei der Wahl zwischen Unterricht und Klimademos in der Schulzeit entscheiden sich viele für Klimademos. Bei der Wahl zwischen Playstation und Klimademos am Nachmittag sieht es dann bei manchen aber schon anders aus."

Vergangene Woche hatte nach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor zwölf ist", sagte Steinmeier in Neumünster zu Schülern einer "Fridays For Future"-Mahnwache. Es gehe nicht nur um Schutz des Klimas, sondern auch um den Schutz der Weltmeere. Er sagte: "Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen."​