2019 M02 6 - 19:08 Uhr

Die Überlebenschancen der Zwillinge lagen bei fünf bis zehn Prozent

Isla und Jemima Rean sind echte Wunderbabys! Sie haben das seltene Krankheitsbild "Fetofetales Transfusionssyndrom" (FFTS), das bei ungefähr einer von 1.500 Schwangerschaften auftritt. Da die Überlebenschancen der Zwillinge ohne Operation bei gerade einmal fünf bis zehn Prozent standen, wurden sie noch im Mutterleib operiert. Doch auch bei der OP lag die Chance, dass die beiden Ungeborenen überleben, bei nur 50 Prozent. Tabitha Rean (26) war zu dem Zeitpunkt der riskanten Operation in der 18. Schwangerschaftswoche. Die emotionale Geschichte von Familie Rean und wie es den Zwillingen heute geht, sehen Sie im Video.

Wie entsteht das „Fetofetale Transfusionssyndrom"?

Das "Fetofetale Transfusionssyndrom" (FFTS), auch Zwillingstransfusionssyndrom genannt, betrifft 15 Prozent aller monochorialen Zwillinge. Das sind eineiige Zwillingspaare, die sich eine Plazenta, also einen Mutterkuchen, teilen. Das Problem bei einer solchen Schwangerschaft besteht darin, dass zwischen den beiden Föten Gefäßverbindungen über die gemeinsame Plazenta bestehen. Wenn das Blut ungleichmäßig in diese Verbindung fließt, erhält eines der Zwillinge zu viel Blut und das andere zu wenig.

Das Baby, das zu viel Blut erhält – auch Akzeptor genannt – hat Schwierigkeiten, das aufgenommene Blut zu pumpen. Dadurch kann das Herz belastet, die Kreislauffunktion eingeschränkt und die Lunge beschädigt werden. Auch das Baby, das Blut an den Akzeptor abgibt – Donator genannt – leidet unter der Ungleichverteilung. Da der Donator oft nicht über Fruchtwasser verfügt, kann sich die Lunge schlechter entwickeln. Außerdem kann die schlechte Durchblutung des Donators zu Sauerstoffmangel, einer Erweiterung der Herzkammern oder zu neurologischen Schäden führen.

Die Zwillinge kamen elf Wochen zu früh, aber gesund zur Welt

Bei Tabitha wurde FFTS in der 18. Schwangerschaftswoche bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Jemima litt als Donator unter Blutarmut und bei Isla bestand als Akzeptor ein Risiko des Herzversagens. Tabitha und ihr Mann Ben entschieden sich für die Operation, um die Überlebenschancen ihrer Zwillinge zu erhöhen. Ein Glück, denn die Operation gelang: Jemima und Isla kamen zwar elf Wochen zu früh, aber gesund zur Welt. 

Familie Rean ist unendlich dankbar dafür, dass ihre Zwillinge so viel Glück hatten und möchten sich auch für andere Familien in ähnlichen Situationen einsetzen. So nimmt Tabithas Mann beispielsweise an einem 100-Meilen-Radrennen teil, um eine Wohltätigkeitsorganisation für Zwillinge und Mehrlingsgeburten zu unterstützen.