2019 M02 11 - 21:37 Uhr

Werbung oder persönliche Empfehlung?

Ein einfaches Foto sorgt für großen Wirbel in der Influencer-Welt. Weil Cathy Hummels ein Bild gepostet hat, auf dem ein blauer Plüsch-Elefant zu sehen ist, stand sie am Montagmorgen vor dem Münchner Landgericht. Der Grund: Das Stofftier ist von der Firma "Steiff". Hummels hat den Beitrag aber nicht als "bezahlte Partnerschaft" gekennzeichnet. Das Gericht sollte nun entscheiden, wann sogenannte Influencer dazu verpflichtet sind, ihre Postings als Werbung zu markieren.

Cathy will für ihr Recht kämpfen

Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb. Der ist in Fachkreisen für seine vielen Abmahnungen bekannt. Jetzt steht Cathy Hummels auf der schwarzen Liste. Der Spielerfrau, die Verträge mit mehreren Modefirmen hat, wird vorgeworfen, insgesamt 15 Bilder gepostet und nicht als "bezahlte Partnerschaft" gekennzeichnet zu haben. In einem Fall hat sie eine Abmahnung akzeptiert. Doch was die restlichen 14 Bilder anbelangt, hält Cathy Hummels dagegen und will für ihr Recht kämpfen. Sie behauptet nämlich, dass in besagten Fällen gar kein Geld für Werbung geflossen sei. Es habe sich lediglich um eine persönliche Empfehlung gehandelt.

In Quietsch-Pink zur Anhörung

Als Cathy Hummels am Landgericht ankam, wirkte sie sehr entspannt. Sie war dazu verpflichtet, persönlich zur Anhörung zu erscheinen. Und in ihrem quietschpinken Blazer wirkte es fast, als wolle sie die Aufmerksamkeit auf sich und den Prozess ziehen. Kein Wunder: Immerhin könnte das Urteil wegweisend für alle Influencer sein, die Kooperationen mit Firmen haben.

Im Gerichtssaal betonte die modebewusste Spielerfrau immer wieder, keinen Nutzen aus den umstrittenen Posts gezogen zu haben. Viel mehr markiere sie auf ihren Outfits immer die Designer, damit ihre Fans den Look nachkaufen könnten. Wenn sie das nicht täte, kämen häufig Nachfragen zum Hersteller. Außerdem sehe sie sich selbst als Frauenzeitschrift, in denen auch Empfehlungen ausgesprochen würden.

Das Gericht kam am Montag zu keinem Urteil. Der Prozess wird am 29. April fortgesetzt.

Nicht der erste Ärger in diesem Jahr

Erst vergangenen Monat sorgte Cathy Hummels mit Gerichts-News für Schlagzeilen. Sie muss sich nämlich ebenfalls vor dem Landgericht München verantworten. Vor vier Jahren soll sie nach ihrer Geburtstagsfeier im Dortmunder Lokal "Meisterhäuschen" die Zeche geprellt haben.