16. April 2019 - 10:06 Uhr

Spitzhacken-Theorie des Architekten war falsch

Nun ist die Todesursache offiziell: Der kleine Julen ist vor drei Monaten im spanischen Totalán unmittelbar nach seinem Sturz in einen engen Brunnenschacht an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Zweijährige lebte am 13. Januar nach dem Unglück nur noch wenige Minuten, so das Autopsie-Ergebnis.

Spitzhacken-Theorie des Architekten war falsch

Die Experten schlossen aus, dass der Einsatz der Retter mit einer Spitzhacke für den Tod des Kindes mitverantwortlich sein könnte, wie der Architekt Jesús María Flores im Februar spekuliert hatte. Flores hatte den Rettungseinsatz mehrfach kritisiert. Die Anwälte des Finca-Besitzers, auf dessen Grundstück der Unfall passierte, hatten diese These daraufhin der zuständigen Richterin unterbreitet. Auch Julens Eltern wurden von der spanischen Justiz angehört

Die Zeitung "El Mundo" zitierte Justizkreise, wonach bei der Obduktion keine entsprechenden Wunden am Schädel des Kindes gefunden worden seien und die Arbeiten mit der Hacke zudem erst vier Stunden nach dem Sturz begonnen hätten. Zu diesem Zeitpunkt sei Julen bereits tot gewesen.

Weltweite Anteilnahme an Julens Schicksal

News Bilder des Tages //Andalucia// Totalan Malaga La jornada de ayer termino con una buena noticia. Se habia llegado por fin a los 60 metros de profundidad y, a pesar de las 55 horas invertidas, se estaba ya a un paso de que la brigada de rescate de
Der Unglücksort im spanischen Totalán.
© imago/CordonPress, FOTOS LORENZO CARNERO/CORDONPRESS, imago stock&people

Der Junge war in ein über 100 Meter tiefes, illegal gegrabenes Bohrloch gefallen. Seine Leiche wurde knapp zwei Wochen später in 70 Metern Tiefe gefunden, nachdem Helfer in mühsamer Arbeit einen Parallelschacht gebohrt hatten. Tagelang hatte die gesamte Welt Anteil am Schicksal des kleinen Kindes genommen und mit den verzweifelten Angehörigen auf seine Rettung gehofft.

Eine Chronologie der Ereignisse – in unserem Video.